Geschichte der Kirche

kirche2_smallDie Nunkircher Kirche hat eine bemerkenswerte Geschichte vorzuweisen. Wer sich einen schnellen Überblick verschaffen will, dem ist mit der Zeittafel gedient, wer in alle Ausführlichkeit nachlesen will, die das Gotteshaus zu dem wurde, was es heute ist, dem sei der ausführliche Artikel über die Geschichte der Pfarrkirchen zu empfehlen. Die nachfolgenden Bilder können Sie vergrößeren, in dem Sie auf die Vorschauansichten klicken.

Viele weitere Bilder von der Kirche und von Nunkirchen, wie es früher aussah, finden Sie in unserer Fotogalerie. Stefan Ehl hat die Kirche in der aktuellen Optik fotographisch dokumentiert. Seine Aufnahmen finden Sie hier.

In der Festschrift zur Wiedereröffnung der Kirche nach der Innenraumrenovierung, erschienen im Juni 2005, finden Sie eine ausführliche Beschreibung des Gotteshauses mit vielen Bildern und Artikeln zum historischen Hintergrund der Architektur des Gebäudes.

 

 

Zeittafel

  • 918: Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Nunkirchen (die Jahresangabe ist nicht gesichert!)
  • 1147: Erste sichere Urkunde, die Nunkirchen als Pfarrort ausweist. „Nunkircha“ zählte zu den Pfarreien, die bestimmt waren, nach Mettlach zu wallfahren
  • 1732: Weihbischof Lothar v. Nalbach weiht eine Kirche zu Ehren des Heiligen Sebastianus ein (3. September)
  • 1741: Errichtung des Torbogens, der vom Pfarrhaus zur Kirche führt
  • 1872: Pastor Peter Fuchs wird Pfarrer in Nunkirchen
  • 1879: Der neue Friedhof wird für Beerdigungen freigegeben
  • 1886: Der Kirchenvorstand genehmigt einstimmig den von Baumeister Reinhold Wirtz aus Trier angefertigten Plan zum Neubau einer Kirche
  • 1894: Vergabe der Bauarbeiten (11. März), Grundsteinlegung (10. Juli)
  • 1895: Fertigstellung des Neubaues der Kirche
  • 1896: Einweihung der neuen Kirche durch Weihbischof Carl-Ernst Schrod, Trier (25. April)
  • 1902: Die Pfarrkirche bekommt eine neue Orgel (Juli)
  • 1907: Ein neuer Kreuzweg ziert die Kirche
  • 1908: Vier neue Glocken sorgen für feierliches Geläut (Einweihung: 19. Juli)
  • 1909: Die Turmuhr wird in Betrieb genommen
  • 1953: Neues Vierglockengeläut. Das Kircheninnere wird neu ausgemalt. Zwölf Apostel-Leuchter wurden an den Stellen angebracht, an denen bei der Konsekration die Salbung durch den Bischof erfolgte
  • 1960: Eine neue Turmuhr verkündet, was die Stunde geschlagen hat
  • 1962: Innenanstrich mit heller Farbe. Grundreinigung. Die rote Grundfarbe wird beseitigt. Die Arbeiten dauern etwa vier Monate
  • 1969: Abriss des 1741 erbauten Torbogens
  • 1974: Neugestaltung des Innenraumes der Kirche (Warmluftheizung, zum Teil neuerAnstrich, Aufstellung des Opfertisches, neue Gestaltung der Eingänge neben dem Hauptportal. Entfernung der Kommunionbank und der verpachteten Kirchenbänke)
  • 1980: Eine neue Orgel wird installiert (18. Mai)
  • 1981: Die Kirche wird von außen saniert (Westfassade, Kirchendach und Turm)
  • 1995: Bleiverglasung der Kirchenfenster
  • 1996: 100-Jahrfeier der Kirche (25. April)
  • 2004: Beginn der Innenrenovierung (Mai)
  • 2005: Feierliche Wiedereröffnung der Pfarrkirche in Anwesenheit von Bischof Dr. Reinhard Marx

 


Nunkircher Kirchengeschichte: Die Pfarrei Herz-Jesu Nunkirchen
Von Fritz Glutting und Ruth Wagner

I. Von den Anfängen bis 1894
Nunkirchen und seine Gotteshäuser
Wenn man von römischen Gräberfunden absieht, die im 19. Jahrhundert in Form von einigen Gegenständen und Münzen auf dem Nunkirchener Bann gemacht wurden in Verbindung mit zusätzlichen Funden beim Brunnenbau im Hofbereich des Doppelhauses Kraus-Leick in der Saarbrücker Straße, und damit auf eine römische Siedlung hinweisen, führt die Urkunde des Trierer Erzbischofs Albero aus dem Jahr 1147 den ersten sicheren Nachweis über das Vorhandensein des Ortes Nunkirchen. In der Urkunde ist hinter den Orten Waderella (Wadrill), Wala (Wahlen) Nunkirchen als „Nunkircha“ angegeben. Alle aufgeführten Kirchen waren Pfarrkirchen. Damit muss „Nunkircha“ schon vor 1147 bestanden haben; denn die Urkunde Erzbischofs Albero bestätigt die bereits durchgeführten Wallfahrten und will sie wieder neu beleben.

Es ist anzunehmen, dass Nunkirchen als Grenzort im königlichen Forst lag, der 802 von Karl dem Großen dem Erzstift Trier geschenkt wurde. Aus „Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diözese Trier“ (1882) stellt Domdechant Dr. Philipp de Lorenzi fest: „Noch früher als Nunkirchen kommt die Filiale Biscofelt (Büschfeld) als Grenzort … vor.“ In Biscofelt hatten die Trierer Erzbischöfe an der Prims eine Burg als Sicherung ihrer Besitzes errichten lassen. Jakob Marx berichtet in seiner „Geschichte der Pfarreien des Bistums Trier“ (1923), dass die Kirche in Nunkirchen als königliche Eigenkirche bereits in karolingischer Zeit bestanden habe. Ferdinand Pauly, ein anderer Forscher der Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier geht darauf ein und vermutet, dass im Zuge solcher Sicherungsmaßnahmen in der Nähe der Burg an der Prims eine Kirche erbaut wurde, vermutlich im 10. Jahrhundert.

Die genaue Anzahl der Kirchen und Kapellen in Nunkirchen ist nicht bekannt. Wenn auch der Platz, auf dem diese Gotteshäuser standen, wahrscheinlich immer derselbe gewesen ist, nämlich dort, wo auch die heutige Kirche steht, lässt sich wegen fehlender Funde und Dokumente kein lückenloser Nachweis über sämtliche Kirchen und Kapellen führen. Die älteste sichere Mitteilung über einen Kirchenbau stammt aus dem alten Lagerbuch der Pfarrei, in dem Pastor Portery eine Zuschrift des Pastors Hubertus Hoffmann aus Itzbach erwähnt, die besagt, dass am 3. September 1732 vom Trierer Weihbischof Lothar von Nalbach eine Kirche zu Ehren des hl. Märtyrers Sebastianus eingeweiht worden sei. Rudolf Schulz vermerkt dazu in seiner „Geschichte der Pfarrei Nunkirchen“ (1938): „Es muss also vor dem Neubau des Jahres 1732 in der Pfarrei eine Kirche oder wenigstens eine Kapelle vorhanden gewesen sein.“ Dieser Vermerk ist handschriftlich (von wem?) dahin abgeändert, dass im Bezug auf diese Kirche als Erbauungsjahr 1550 angeführt ist, mit der Ergänzung „Der Turm stand noch 1894.“ Und dann eine weitere handschriftliche Anmerkung: „Mindestens noch vier Kirchlein vorher.“ Neun Jahre später (1741) ließ Pastor Peter Michaely den Torbogen errichten, der 1969 der Straßenführung weichen musste.

Der Visitationsbericht von 1859 nennt die Jahreszahl 1660 als das Jahr eines Neubaus: „Wann die Kirche (Anm.: gemeint ist die vor 1732 erbaute!) errichtet wurde, ist unbekannt, wahrscheinlich um 1660, wie aus einem Stein hervorgeht, der über der kleinen Tür dieser Kirche eingesetzt ist.“ Es muss hier gefragt werden: Ist die um 1660 erbaute Kirche wegen Einsturzgefahr abgerissen und durch den Neubau von 1732 ersetzt worden? Ein Vermerk im „Familienbuch der Pfarrei“ Band III, lässt diesen Schluss zu; denn da steht bei Kind Anna der Eheleute Johann Thinnes und Margarethe geb. Zimmermann geb. am 25. Juli 1725 „wegen drohenden Einsturzes der Kirche auf dem Kirchhofe getauft.“
Ein weiterer Hinweis für den Neubau ist ein anderer Eintrag im Familienbuch: Erwähnung der Trauung der Eheleute Johann Adam geb. in Büschfeld und Catharina Merfeld aus Rod, die am 9. September 1732, also sechs Tage nach der Einweihung in der Pfarrkirche von Nunkirchen getraut wurden. Als Besonderheit ist angegeben: „Die II Brautleute, welche nach Erbauung der Kirche in derselben getraut wurden.“
Wie erbärmlich der Zustand der 1660er Kirche gewesen war, geht aus einem Schreiben vom 26. Februar 1726 des Matthias Lang aus Michelbach und des Pastors Michaely hervor.

Es steht fest, dass der Turm der zuvor erbauten Kirche stehen blieb (bis 1894) und lediglich das Kirchenschiff abgerissen und neu gebaut worden ist. Diese Kirche musste rund 60 Jahre später, in den Jahren 1793 und 1794 erweitert werden. Die Erweiterungsarbeiten bezogen sich auf Schiff und Chor. Pastor Portery vermerkt 1859 im Lagerbuch dazu: „Die Stühle in diesem Anbau so wie der Fußboden sind nach meinem Selbstwissen ungefehr in den Jahren 1800 oder 1801 durch den Schreiner Philipp Wilkin von Michelbach gemacht worden…“
Die Kirche erhielt zusätzlich ein neues Portal und eine 24-stufige Treppe. Sie wurde beim Bau der jetzigen Kirche 1894 abgerissen und ein völlig neuer Eingang geschaffen.

Kirchealtaussen_smallDiese erweiterte 1732er Kirche (Foto links) blieb bis zum Neubau der jetzigen Kirche ein ganzes Jahrhundert ohne jegliche Veränderung. Dass sie im Laufe der Jahre zu eng wurde, besagt ein Vermerk von Pastor Joseph Hardt im Visitationsbericht 1849, in dem er sich über den Platzmangel in der Kirche beklagt.

Umbau (Erweiterung) oder Neubau
Platzmangel allein ließ nicht den Wunsch nach einer neuen Kirche aufkeimen, hinzu kamen die größeren Instandsetzungen im Innern der hundertjährigen Kirche. Eine Sitzung der Gemeinderäte aus den Orten des Pfarrbezirks Nunkirchen mit Michelbach, Münchweiler und Büschfeld am 6. Juni 1860 unter Vorsitz des Bürgermeisters René von Zandt befasste sich unter dem Punkt „Instandsetzung der hiesigen Pfarrkirche“ mit einer solchen Angelegenheit. Dabei wurde festgestellt, dass schon geraume Zeit eine Renovation der Altäre p.p. und des Weißens und Färbens der Wände vorzunehmen sei. Die Kosten wurden mit 368 Reichsthalern, 4 Silbergroschen und 9 Pfennigen veranschlagt. Ein Jahr zuvor am 6. Mai 1859 hatte Pastor Portery das Bischöflichen Generalvikariat um Zuwendung von 100 Thalern für die Anstreicher- und Malerarbeiten im Innern gebeten. Trier bewilligte diese Summe.

KircheInnen_SmallWeiter stellten die Räte in ihrer Sitzung fest, dass der Zustand der „für eine Kirche so unzierlichen Bretterverkleidung der Decke (Foto rechts) mit einigen faulen Brettern ausgebessert werden müsste und die Beschaffung einer Gipsdecke notwendig sei.“ Ein solcher Plafond sei eine Zierde für die Kirche und durch seine Dauerhaftigkeit auch billiger als eine neue Bretterverkleidung . Kosten: 321 Reichsthaler.Die Räte beschlossen die Renovierung der gesamten Maßnahme. In Bezug auf die Kosten hieß es: „Was den Kostenpunkt betrifft, so ist dafür in den Budjets Fürsorge getroffen worden, und sollte dies in der Gemeinde Büschfeld nicht der Fall sein, dann werden Ersparnisse bei den Ausgaben und Mehreinnahmen gestatten, die Ausgabe hierfür zu machen.“

An diesem Beispiel soll dargestellt werden, wie die Zivilgemeinden, die zur großen Pfarrei Nunkirchen gehörten, sich für ihre Pfarrkirche einsetzten. Das sollte sich auch zeigen, als die Entscheidung anstand, ihr zu eng und renovierungsbedürftig gewordenes Gotteshaus entweder zu erweitern und auszubessern oder aber es abzureißen und eine völlig neue Kirche zu bauen. In der Kirchenvorstandssitzung vom 21. Januar 1884 war die Rede von einer Vergrößerung der Kirche. Diese würde nicht nur für den Augenblick, sondern auch für die spätere Zukunft den Bedürfnissen vollkommen entsprechen, hieß es.Als Begründung für die Erweiterung wurde angeführt: „Schon seit einer langen Reihe von Jahren haben sich die Raumverhältnisse in der hiesigen Pfarrkirche in Folge der immer mehr zunehmenden Bevölkerungszahl als ganz ungenügend erwiesen. Bei einer Kommunikantenzahl von 1500 Personen und nahe an 500 Schulkindern hat die Kirche nur einen Flächeninhalt von 136 Quadratmeter, bietet also, wenn man durchschnittlich für jeden Kirchenbesucher (incl. Kinder) das geringste Maaß von 0,40 Quadratmeter Raum in Anschlag bringt, nur für zirka 340 Personen Platz…“

Dem Projektvorschlag von Kreisbaumeister Müller aus Fraulautern als dem billigsten, in Höhe von 36000 Mark wurde zugestimmt, weil er sich unter Benutzung des durch den Abbruch gewonnenen Materials und mit Rücksicht auf die Billigkeit des Baumaterials in hiesiger Gegend ausführen ließe. Die Mittelaufbringung sollte durch Umlagen, beginnend mit dem Etat 1884/85 erbracht werden. Diesem einstimmigen Beschluss des Kirchenvorstandes wurde von der Gemeindevertretung die Genehmigung erteilt. Auch der Regierungspräsident in Trier genehmigte den Beschluss unter der Voraussetzung, dass für die durch Umlagen und Anleihe aufzubringenden Gesamtkosten eine Tilgungsfrist von 15 Jahren von den kirchlichen Vertretungen bestimmt werde. Die von Baumeister Müller gefertigten Entwürfe wurden an verschiedenen Stellen zur Begutachtung übersandt. Am 29. März 1884 Antwort von einem Berliner Architekten: „Von den Projekten zum Umbau der dortigen Kirche …gefiel mir keines…“

Danach war man übereinstimmend der Meinung, vorläufig diese Projekte nicht zu verwerfen, aber dennoch ein weiteres Projekt anfertigen zu lassen. Auch das Bischöfliche Generalvikariat machte Bedenken geltend. Es empfahl einige Änderungen und schlug eine nochmalige Bearbeitung der Skizzen und die Aufstellung bezüglicher Berechnungen vor. Dann kam ein richtungsweisender Hinweis auf die weitere Entwicklung: „Inzwischen kann aber, da das dringende Bedürfnis zum NEUBAU entschieden vorliegt, die beschlossene Ansammlung des Baukapitals zweckdienlich schon erfolgen.“

Von 1894 bis heute Neubau
Leider liegen keine Akten vor, welche die Kehrtwendung vom Erweiterungsbau zu einem Neubau belegen. Diese Kehrtwendung muss Ende 1884 erfolgt sein; denn am 24. April 1885 schreibt das Reg.-Präsidium in Trier an den Königlichen Landrat Knebel in Merzig: „Für den Neubau der Kirche in Nunkirchen wird die Tilgungsfrist der sich wahrscheinlich um 45000 Mark erhöhenden Kosten für die aufzunehmende Anleihe auf den Zeitraum von 15 Jahren ausgedehnt… Die Pfarrgemeinde will erst im Jahre 1889 zur Aufnahme der Anleihe schreiten…“ Am 9. Dezember 1886 genehmigte der Kirchenvorstand einstimmig den von Baumeister Wirtz aus Trier angefertigten Plan unter mehreren Bedingungen, so u. a. „seitens des Kirchenvorstandes den Antrag zur Bewilligung einer Haus-Collekte zur theilweisen Deckung der Baukosten p.p. innerhalb der Rheinprovinz zu stellen.“

Friedhof_smallIn Bezug auf den Friedhof rings um die Kirche hier eine kurze Erläuterung: Die Auflassung des Kirchhofs (Foto) war an etliche Bestimmungen gebunden. Normalerweise war die Errichtung von Gebäuden auf einem Kirchhof, wo noch Leichen verbleiben, nicht gestattet, zumal eine Ausströmung von Leichengasen durch eine absolut sichere Dichtung aus Beton und Asphalt nicht zu erreichen war. Auch spätere Einbrüche des Erdreichs seien unvermeidbar. Also musste eine Umbettung der Leichen erfolgen. Ihr neuer Ruheplatz war der heutige Friedhof, bereits 1832 in der Gemarkung „Franzen“ angekauft. Ab 1. November 1879 war er für Beerdigungen freigegeben worden. Die Genehmigung zur Umbettung der Gebeine wurde am 26. November 1890 durch den Reg.-Präsidenten in Trier erteilt. Die sterblichen Überreste des Freiherrn Hugo Carl von Zandt, zeitweilig Kammerherr der Kaiserin Maria Theresia, gest. am 23. Dezember 1845 in Münchweiler, wurden auf dem neuen Friedhof in einem besonderen Grab beigesetzt. Dieses Grab wurde bei der Neuanlage in den 70er Jahren beseitigt. Der Grabstein wurde dem Schloss Münchweiler übergeben. Im Winter 1890/91 wurde der alte Kirchhof um die Kirche aufgelassen. Nachdem die Vorarbeiten gelaufen waren, drängte Trier darauf, „den Bau so schnell wie möglich zu beginnen, da sonst der Ertrag der Hauskollekte gefährdet oder beeinträchtigt werden könnte…“ (8.7.1887) Baumeister Wirtz legte am 27. Februar 1892 einen detaillierten Bauplan vor, der Kosten von 78000 Mark aufwies. Pastor Fuchs und Bauunternehmer Joseph Walter aus Lauterecken legten am 29. November 1895 u. a. vertraglich fest: „Der vorhandene Vorrat von Steinen wird überprüft und abgemessen. Walter hatte für seinen Kostenvoranschlag von 55779,07 Mark für den Bau der neuen Kirche den Zuschlag erhalten. Er hat dann diese Summe um 23 Prozent erhöht, so dass sich der Betrag auf 68608,24 Mark erhöhte. In den Akten war die Endabrechnung nicht enthalten. Nach der „Pfarrgeschichte“ von R. Schulz betrugen die Kosten für den Rohbau 97017,06 Mark, die Gesamtkosten nach Fertigstellung 117478,62 Mark.

Der Zahlungsvorgang geschah durch Teilzahlungen, erhielt aber eine persönliche Note durch die Bitte des Unternehmers an Pastor Fuchs, das Restguthaben von 642,61 Mark schnell zu überweisen, da seine Frau und die fünf ältesten Kinder an Typhus erkrankt seien und er deshalb das Geld dringend brauche. Pastor Fuchs überwies sofort den Betrag an Unternehmer Walter. Der bedankte sich und merkte dabei an, dass seine Frau noch sehr krank sei, vier der Kinder „auf der Besserung.“

Finanzierung und Kollekten
Auf die Gemeinden der Pfarrei wurden nach einem Vorschlag des Bürgermeisters (31. Juli 1889) die jährlichen Umlage-Zahlungen von 3.000 Mark so verteilt: Nunkirchen 1269 Mark; Michelbach 463,11 Mark; Münchweiler 288,99 Mark; Auschet 50,64 Mark; Büschfeld 928,26 Mark.
Bürgermeister Marx von Weiskirchen bat den Königlichen Landrat um eine Entscheidung hinsichtlich der Umlagen (27. Februar 1890)

  1. Ist der in Münchweiler wohnende Major z.D. von Zandt verpflichtet, zu den Umlagen für den Kirchenbau beizutragen?
  2. Sind die Lehrer/innen der zur Pfarrei gehörigen Gemeinden nicht verpflichtet, zu den Umlagen für den Kirchenbau beizutragen? Kirchliche Umlagen erachte ich nicht für Gemeinde-Abgaben im Sinne des Gesetzes vom 11. September 1822.

Antwort des Landrats am 17. April 1890: „Urschriftlich dem Bürgermeister zurückgesandt mit dem Bemerken, dass die Kommunalsteuer-Freiheit an sich keine Befreiung von den kirchlichen Umlagen begründet, deren Feststellung vielmehr auf dem Gesetz über die kirchliche Vermögensverwaltung geordneten Wege zu erfolgen haben wird.“

Aus zurückgezogenen Kapitalien bei der Kreissparkasse, aus einer Anleihe von 60000 Mark bei der Kreissparkasse und aus Kollekten wurde die Bausumme von 117478,62 Mark aufgebracht.

Der Präsident der Rheinprovinz hatte am 11. Mai 1887 der Pfarrei Nunkirchen den Antrag auf eine Haussammlung in der gesamten Rheinprovinz dahin entschieden, dass er nur für die Regierungsbezirke Trier und Koblenz die Sammelerlaubnis erteilte. Der Kirchenvorstand bedauerte diese Entscheidung und bat später auf Grund eines erneuten Antrages um die Erlaubnis, die Haussammlung auch auf die übrigen Regierungsbezirke der Provinz ausdehnen zu dürfen. Falls die Haussammlung jedoch die Restsumme einschließlich der Kosten für die Inneneinrichtung in Gesamthöhe von 17330 Mark nicht decken würde, soll der Fehlbetrag in die bereits genehmigte Anleihe mit aufgenommen und der Tilgungsplan dementsprechend verlängert werden.

Für die Sammler und ihre Sammelgebiete wurde eine genaue Liste aufgestellt. Sie gingen oft auf tagelange „Bettelreise“.
Insgesamt wurden bei dieser Hauskollekten-Sammlung 8577,20 Mark aufgebracht. Zu diesem Betrag legte Pastor Peter Fuchs die ansehnliche Summe von 8259,53 Mark hinzu, so dass der Gesamtbetrag sich auf 16836,73 Mark belief. Dazu kamen noch Beträge aus Kirchenkollekten. Am 17. November 1886 übersandte das Generalvikariat Trier an Pastor Fuchs die Liste – aufgeteilt nach den Pfarreien der saarländische Kreise und der übrigen Diözese. Die Beiträge aus Losheim mit 100 Mark und 93 Mark aus Rheinböllen waren die höchsten. Der Gesamtbetrag lautete auf 5589,24 Mark. Anmerkung: Die Zahlen hinter dem Komma stehen für Silbergroschen.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die Hauskollekten in den Pfarrorten. Sie erbrachte in Biel 114,20 Mark; Büschfeld 218,90 Mark; Michelbach 330,10 Mark; Münchweiler 156,50 Mark, Nunkirchen 870 Mark, Überlosheim 13,60 Mark.

Notkirche / Jugendheim
Bis zur Fertigstellung der neuen Pfarrkirche wurde eine Notkirche errichtet. Pastor Fuchs ließ sie in eigener Regie zum Preis von 15000 Mark an das Pfarrhaus anbauen. Nach der Einweihung der neuen Pfarrkirche wurde die Notkirche nicht mehr benötigt. Als Kaplanswohnung ausgebaut, wurde sie später ein Jugendheim. Zwei Meter der Kaplanswohnung sowie fünf Meter vom Garten wurden bei den Umbauarbeiten einbezogen. Kaplan J. Böhm war der Initiator der Maßnahme. Im Juni 1930 war die Einweihung. Bericht der „Merziger Zeitung“ vom 30. Mai 1930:…Die im hiesigen Orte vorhandene einstige Notkirche, ein alter Seitenflügel des Pfarrhauses, wurde als Versammlungslokal eingerichtet (Anm.: Gruppen für 14- bis 17-Jährige und Gruppen für ältere, so genannte Gesellenvereine).“Ein größerer Staatszuschuss ermöglichte es, den Bau zu beginnen. Es handelte sich in der Hauptsache um einen Umbau. Eine erstklassige, geräumige Bühne wurde angebaut, dahinter ein Umkleideraum. Die Bühne ist so breit wie der Saal, so daß auch größere Theaterstücke geprobt werden können. Der Saal kann auch anderen Veranstaltungen nutzbar gemacht werden: Der Kirchenchor kann seine Proben dort abhalten, ebenfalls die anderen religiösen Vereine…Die Einweihung kann im Juni stattfinden.“

Torbogen
Pastor Peter Michaely ließ 1741 den Torbogen errichten. Bei der Planung zum Neubau der Pfarrkirche im Bürgermeisterei-Rat der Pfarrgemeinden unter Vorsitz von Bürgermeister Marx (15. September 1889) wurde unter anderem beschlossen: „Selbstverständlich ist der Rat mit der völligen Abtrennung des alten Kirchhofes einverstanden…Daß bei dem ganzen Arrangement die alte Bogenüberbrückung vom Garten des Pfarrhauses bis zum Kirchhofe wegfällt, wird ebenfalls ausbedungen.“ Dazu sollte es nicht kommen. Die Gemeinde wollte den Bogen als Erinnerungsmal behalten. Die Schulchronik vermerkt dazu anlässlich der Einweihung der Kirche: „Mit der Kirche wurde auch die Überbrückung der Dorfstraße zwischen Kirche und Pfarrhaus neu hergestellt, ebenso die Gartenmauer vor dem Pfarrhaus nebst Steintreppe.“ Doch leider war im Jahre 1969 die Zeit des Torbogens abgelaufen. Er behinderte die Zu- und Abfahrt der Lastwagen in die Industriestraße, hieß es. Ein weiterer Grund zum Abriss war der Neubau des Pfarrhauses und die Gestaltung des Vorgartens.

Bauausführung
Am 11. März 1894 wurden die Arbeiten vergeben. Den Zuschlag erhielten: Erd-, Maurer- und Steinhauerarbeiten Firma Josef Walter aus Lauterecken; Zimmererarbeiten Firma Peter Felten aus Merzig; Schreinerarbeiten Firma Franz Müller aus Nunkirchen; Schlosserarbeiten Firma Joseph Kneip Fraulautern; Klempnerarbeiten Firma Nikolaus Becker aus Merzig; Malerarbeiten Firma Matth. Werding aus Nunkirchen; Dachdeckerarbeiten Firma Heinrich Graach aus Wadern; Plattenarbeiten Firma V & B aus Mettlach.
Am 10. Juli 1894 erfolgte die Grundsteinlegung. Dechant Acker von Losheim segnete den Grundstein ein. Darüber gibt es keine sonstige Verlautbarung.

Die Ausstattung der Kirche mit Fenstern ist umfangreich dargelegt. Über zehn Firmen legten Kostenvoranschläge vor. Zwischen den Geschäftsunterlagen befindet sich auch ein persönliches Schreiben des Pfarrers A. Hartmann aus Eckendorf, einem Mitbruder des Nunkirchener Pfarrherrn. Er beginnt seinen Brief mit den Worten: „Mein lieber alter Fuchs!“, um dann die Einrichtung seiner neuen Kirche in Eckendorf über die Maßen zu loben.

Der Kirchenvorstand entschied sich für das Angebot der Glasmalerei und Ätzerei Firma Gebrüder Fries aus Trier, die für die drei Chorfester insgesamt 1600 Mark in Rechnung setzte, und zwar für das mittlere Fenster mit der Darstellung „Herz Jesu“: Jesus erscheint der heiligen Maria Allacoque. Diese Darstellung deutet auf den Wechsel des Kirchenpatrons hin. Seit der Einweihung 1896 ist die neue Pfarrkirche dem heiligen Herzen Jesu geweiht. Bis dahin waren der hl. Sebastian und die hl. Barbara die Kirchenpatrone gewesen. Was den Erbauer Pastor Peter Fuchs zu dieser Änderung bewog, ist nirgends erwähnt. Im Sockel hl. Gertrud und hl. Franz v. Assisi. Maßwerk „Pelikan“. Linkes Chorfenster: „Göttlicher Kinderfreund“; im Sockel hl. Aloysius und hl. Agnes. Maßwerk „Lamm Gottes“. Rechtes Chorfenster: „Der gute Hirte“; im Sockel: hl. Elisabeth und hl. Wendalinus. Maßwerk „Gott Vater“.

Auch die übrigen Fenster (2 Seitenchorfenster, 17 Schiff-Fenster, 3 Sakristeifenster, 1 Mittelturmfenster, 1 Taufkapellenfenster, 9 Treppenturmfenster) wurden von der Firma Gebr. Fries angefertigt und eingesetzt. Das linke Seitenchorfenster mit der Darstellung des vormaligen Kirchenpatrons Sebastianus wurde von der Freifrau Emma, Tochter des Freiherrn René von Zandt gestiftet. Das Wappen weist darauf hin. Das andere Sockelbild stellt die heilige Katharina dar. Das rechte Seitenchorfenster zeigt die hl. Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Die Sockelbilder zeigen Jesus als Heilsbringer.

Einweihung
KircheGrundriss_smallIm Herbst 1895 war der Neubau fertig. Am Markustag 25. April 1896 erfolgte die Einweihung durch den Trierer Weihbischof Carl Ernst Schrod. „Er wurde zum unvergessenen Konsekrator von 93 Kirchen und zusätzlich 44 Altären“, wie Prof. D. W. Seibrich in der Artikelreihe „Die Trierer Weihbischöfe im 19. und 20. Jahrhundert“ (Paulinus 1991/92) schreibt. Die Einweihung schien für die damaligen Chronisten von nicht allzu großer Bedeutung gewesen zu sein, denn in den Unterlagen der Pfarrei finden sich keine Hinweise auf die Konsekration. Für die Schulchronik reichte es gerade zu einem nüchternen Satz: „Am 25. April, am Feste des heiligen Markus, wurde unsere neue Pfarrkirche nebst drei Altären durch den hochwürdigsten Herrn Weihbischof Schrod konsekriert.“ Auch die „Merziger Zeitung“ erwähnte die Einweihung nicht. Lediglich gab es eine Meldung vom 24. April 1896 „Herr Weihbischof Schrod ist auf einer Firmungsreise im Decanat Wadern begriffen…“

Im „Trierischen Bauernfreund“ vom 26. April 1896 – in der Paulinus-Druckerei gedruckt – stand ein längerer Hinweis auf das für die Pfarrei Nunkirchen große Ereignis: „Am Samstag, 25. April wird unsere neu erbaute Kirche durch den Hochwürdigsten Herren Weihbischof konsekriert und gleichzeitig in gottesdienstlichen Gebrauch genommen werden. Es bedurfte großer Anstrengungen, den Bau so weit zu fördern, um gelegentlich der gegenwärtigen Firmungs- und Visitationsreise im Dekanate Wadern die Konsekration zu ermöglichen. Nachdem zwölf Jahre seitens der Pfarrgemeinde die größten Opfer gebracht wurden, um den Beginn des so dringend nothwendigen Neubaues zu ermöglich, nachdem wir mehr als zwei Jahre in einer Nothkirche zugebracht, ist unsere Freude groß, endlich einmal ein geräumiges Gotteshaus zu besitzen. Noch ist nur der Rohbau vollendet. Die innere Einrichtung harrt noch ihrer Ausführung. Der liebe Gott hat bis dahin geholfen und wird noch weiter helfen, die innere Einrichtung zu vollenden. Allen Wohlthätern sei bei dieser Gelegenheit unser bester herzlichster Dank ausgesprochen. Der liebe Gott möge jeden geopferten Baustein reichlich lohnen!“Des weiteren berichtete der „Trierische Bauernfreund“ am 3. Mai 1896 auch über die Einweihung selber. Über die neue Kirche hat am 12. Januar 1982 das Staatliche Konservatoramt Saarbrücken wie folgt geurteilt: „Die katholische Pfarrkirche Nunkirchen gehört zu den geschützten Denkmälern im Saarland gemäß §2SDschG. Die heutige Kirche vom Ende des 19. Jahrhundert hat in besonderem Ausmaß ihre ursprüngliche Ausstattung bewahrt und ist so ein eindrucksvolles Beispiel der kirchlichen Architektur dieser Zeit. Die Übernahme der Kirche in die Liste der geschützten Denkmäler ist vorgesehen. Es sei darauf hingewiesen, dass der Denkmalschutz nach saarländischem Recht nicht an die Eintragung in die Liste gebunden ist, sondern daß der Denkmalschutz überall dort gegeben ist, wo die Kriterien nach §2SDschG gegeben sind.“

Am 12. Januar 1996 kam vom Staatl. Konservatoramt die Bestätigung, dass „die katholische Pfarrkirche in Nunkirchen ein Kulturdenkmal nach §2 Saarländischen Denkmalschutzgesetz ist. Der Denkmalschutz erstreckt sich auf den gesamten Bau und seine Ausstattung. Die kath. Pfarrkirche ist inzwischen in die Denkmalliste des Saarlandes eingetragen worden.“ Die Inneneinrichtung der Kirche war bei ihrer Einweihung noch nicht komplett. Es heißt in der Schulchronik: „Allerdings war es nicht möglich, die im prachtvollen Stile erbaute Kirche, mit so großen Opfern hergestellt, auch im Innern würdig zu schmücken. Das bringe die Zukunft…“

Altäre / Kanzel / Taufstein
Vom Hauptaltar und den beiden Nebenaltären waren vorerst nur die Postamente vorhanden. Der Hauptaltar der alten Kirche war dem Kirchenpatron Sebastian geweiht, die Nebenaltäre dem hl. Johannes dem Täufer und der Gottesmutter. Die neuen Altäre tragen bis heute die Signaturen des hl. Herzens Jesu, der Gottesmutter und des heiligen Josef. Sie waren einschließlich der Kommunionbank von der Firma Josef Mendgen Trier angefertigt worden. Die Fa. Karl Dörr aus Saulgau im Allgäu hat die Aufsätze der drei Altäre und die Kanzel in Eichenholz angefertigt und am 10. Juli 1899 geliefert. Der Taufstein wurde von der Fa. Arnold Schüller aus Trier geschaffen und am 16. Juni 1898 geliefert.
Die Kanzel trägt die Bildnisse der vier Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Der Hochaltar ist im Stil eines gotischen Flügelaltars (Triptychon) geschnitzt; die Seitenteile werden in der Advents- und Fastenzeit über das Mittelteil geklappt. Dabei sind die beiden ehemaligen Kirchenpatrone, die hl. Barbara (links) und der hl. Sebastian (rechts) auf den Seitenwänden des Altars sichtbar. Die Seitenflügel zeigen die „großen Propheten Isaias und Jeremias (links) und Ezechiel und Daniel (rechts).
In den übrigen Kirchenzeiten sind die Seitenflügel geöffnet und bringen die beiden Mittelteile mit der Darstellung der wunderbaren Brotvermehrung und von Jesus beim letzten Abendmahl zur Anschauung. Die Seitenflügel zeigen jetzt die großen abendländischen Kirchenlehrer Hieronymus und Gregor den Großen (links) sowie Ambrosius und Augustinus (rechts). An den Seitenwänden des Chors stehen auf Konsolen die hl. Katharina (links) und der hl. Antonius von Padua. Nach vorne sind die Gottesmutter (links) und der hl. Joseph (rechts) zu sehen.
Der Marienaltar zeigt die Überreichung des Rosenkranzes an den hl. Dominikus und die beiden Seitenfiguren den hl. Aloisius und den hl. Franziskus. Der Josefsaltar stellt die heilige Familie dar und die beiden Seitenfiguren die hl. Anna und den hl. Joachim, die Eltern der Gottesmutter.

Kreuzweg
Ein Schriftverkehr zwischen Pastor Fuchs und der Lieferfirma Karl Dörr aus Saulgau zeugt davon, dass es in der Ausführung des Auftrags Verzögerungen gab. Elf Jahre nach der Einweihung war es endlich so weit, und die Stationen konnten angebracht werden. Beim Aufhängen ist der Firma allerdings ein Fehler unterlaufen. Die Stationen wurden verkehrt aufgehängt, d.h. Christus schaut bei seinem Leidensweg rückwärts und nicht nach vorne. Man hätte also mit den Stationen auf der Frauenseite beginnen müssen.

Orgel
Im „Schematismus der Pfarrei“ vermerkte Pastor Portery am 16. Februar 1859 kurz und bündig“ „Pfarrkirche – ohne Orgel“.
Da jedoch lt. Visitationsprotokoll des Jahres 1849 ein Kirchenchor existierte, ist anzunehmen, dass ein Klanginstrument vorhanden sein musste.
Die Küster- und Organistendienste waren organisch mit der Lehrerstelle verbunden. Im November 1895 wurde die Trennung herbeigeführt und für den Lehrer ein jährliches Grundgehalt von 1.200 Mark festgesetzt. Dies geschah sicherlich im Hinblick darauf, dass für die neue Pfarrkirche eine Orgel angeschafft werden sollte, die ein eigens angestellter Organist zu bedienen hatte. Im Juli 1902 erhielt die neue Pfarrkirche mit der von der Firma Voit & Söhne, Durlach, im Stil der romantischen Orgelepoche gebauten Orgel mit dem damals neuesten System mit Pneumatik ausgerüstet, ein großartiges Klanginstrument. Sie hatte 26 klingende Register und 10 Nebenregister. Leider musste die Firma Voit & Söhne während des Ersten Weltkrieges ihr Werk wieder „zerstören“. 43 Orgelpfeifen im Gewicht von 173 Kilogramm wurden 1917 beschlagnahmt und gingen in den Besitz des Reichsmilitär-Fiskus über. 1920 wurden die Pfeifen wieder neu hergestellt und von der Durlacher Firma eingebaut. Im Laufe der Zeit wurde eine Renovierung dringend notwendig. Diese wurde von der Orgelbau-Firma Hugo Mayer aus Heusweiler vorgenommen.

Die neue Orgel besitzt 30 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal. Hiervon wurde der größte Teil des Pfeifenwerkes von dem ehemaligen Instrument übernommen, lediglich sieben neue Register wurden eingebaut. Die Windladen, d.h. die Steuerung der Orgelpfeifen sind als mechanisch traktierte Schleifladen gebaut. Das Gehäuse wurden ebenfalls fast vollkommen von dem alten Instrument übernommen.
Insgesamt hat das neue Werk 2032 Pfeifen, darunter sind zirka 240 Holzpfeifen. Die größte der eingebauten Pfeifen misst in ihrer vollen Länge 4,80 Meter, die kleinste hat eine Körperlänge von 7 Millimetern. Zur Versorgung sämtlicher Flöten mit Luft dient ein elektrisch betriebenes Schleudergebläse mit einer Leistung von 21 Kubikzentimeter pro Minute bei einem Druck von 120 Millimeter Wassersäule. Die Einweihung der neuen Orgel erfolgte am 18. Mai 1980.

Glocken
Am 19. Juli 1908 wurden 4 neue Glocken durch Dechant Schmitz aus Wadern eingeweiht. Sie waren dem Heiligen Herzen Jesu und der Gottesmutter, dem heiligen Sebastianus und der heiligen Barbara, dem heiligen Wendalinus und dem heiligen Joseph gewidmet. Die beiden alten Glocken von 1775 und 1824 wurden der Firma Petit & Edelbrock aus Gescher/Westfalen. Zum Preis von 1,50 Mark pro Kilogramm überlassen. Die Schulchronik berichtet: „Die Opferwilligkeit des Volkes, welches mit ungefähr 40 Paten und 40 Patinnen bei dem Weiheakt vertreten war, und außerdem zahlreich an der Feier teilnahm, war lobenswert; denn es sollen an diesem Tag allein 1875 Mark geopfert worden sein.“Ein dicker Aktenband über die Beschaffung der Glocken beweist die Sorgfalt von Pastor Fuchs, ein harmonisch klingendes Geläute zu einem annehmbaren Preis zu erhalten. Man einigte sich auf das Geläut der Bronzeglocken d-f-g-a. Sie kosteten 8035,35 Mark. Die Glockenprüfung hatte Domkapitular Dr. Friedrich Schmidt aus Münster vorgenommen. Aber auch Glocken habe ihre Schicksale. Bis auf die kleinste Glocke wurden die drei anderen 1917 für Kriegszwecke beschlagnahmt. 1921 kam eine zweite hinzu, geliefert von der Glockengießerei Mabilon, Saarburg. Diese beiden Glocken taten ihren Dienst bis zum vierten Adventssonntag 1953, als ein neues Vierglocken-Geläut eingeweiht wurde. Es war auf die Glocken von 1908 abgestimmt: d-f-g-a. Sie rufen auch heute noch die Gläubigen zum Gottesdienst.

Turmuhr
Vertraglich sollte die Turmuhr die Viertel- und die vollen Stunden schlagen und auf einem Zifferblatt von zwei Meter Durchmesser die Stunden und Minuten anzeigen. Die Firma J. u. A. Ungerer aus Straßburg erhielt 1909 den Zuschlag für 1820 Mark. Die Haussammlung ergab den Betrag von 792,10 Mark. Das Baukomitee beschloss: „Die Reststumme auf die Vertragssumme soll aus fortdauernden Erträgen Kirchenkollekten gedeckt werden. Die unterzeichneten Mitglieder des Kirchenvorstandes übernehmen Garantie und Bürgschaft für die Auszahlung des Restbetrages, und zwar jeder für den so vielten Teil des Betrages als Kirchenvorstandsmitglieder diese Erklärung unterzeichnet haben. Nunkirchen, den 2. Februar 1909: Fuchs, Pastor / Spang / Paulus / Emmerich / Haben.“Die Uhr schlug den Nunkirchener Bürgern über viele Jahrzehnte hinweg die Stunde. Im Jahr 1960 aber schlug auch ihre Stunde. Das Drahtseil eines der Gewichte war durchgerostet und durchschlug zwei Decken bis zum Hauptportal. Die Fa. Heinrich Perrot aus Calw/Württ. baute 1960 den neuen Zeitmesser, der bis jetzt in Betrieb ist.

Außer den zuvor angeführten Arbeiten und Anschaffungen sind bis heute weitere wichtige hinzu gekommen.

Heizung
Unter Pastor Himbert wurde in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Koksheizung eingebaut. Der Kirchenschweizer Johann Lay wartete sie. Nachfolger war Franz Wagner. Danach war der Küster und Organist Hans Schmitz mit dieser Aufgabe betraut. Im Zuge der neuen Innengestaltung unter Pastor Hoferer wurde 1975 von der Firma Theodor Mahr & Söhne aus Aachen eine Warmluftheizung für rd. 62000 DM eingebaut.

Neugestaltung des Innenraums
Kirche_Decke_kleinIm Jahre 1962 wurde die rote Grundfarbe im Innern der Kirche beseitigt und der gesamte Innenraum in einer hellen Farbe gehalten, ausgeführt von der Firma Kochhahn aus Trier.Bei der Neugestaltung des Innenraums in den 70er Jahren unter Pastor Hoferer – eine Maßnahme, die rd. 400000 DM kostete, aufgebracht durch Zuschüsse und Spenden – wurden neben der Heizung, der Aufstellung des Opfertisches und der Gestaltung der Eingänge neben dem Hauptportal die Kommunionbank und die verpachteten Kirchenbänke im hinteren Bereich der Kirche entfernt. Die Gläubigen fanden seinerzeit die Verpachtung der Kirchenstühle nicht angebracht. Jedenfalls besagt dies ein Eintrag im Kirchenbuch von 1843, wonach die Stühleversteigerung unterbleiben musste. Später wurde die Verpachtung wieder aufgenommen, bis sie unter Pastor Hoferer aufgehoben wurde.

Kirchenfenster
In den Jahren 1995/96 erfolgte die Bleiverglasung der Kirchenfenster, ausgeführt von der Firma in Trier. Dieses Vorhaben in Höhe von 271000 DM konnte dank der Spenden aus den Haussammlungen und der Einzahlungen auf das Spendenkonto, sowie der Zuschüsse des Bistums, des Landeskonservators und des Kreises durchgeführt werden.

Innenanstrich
Im Mai des Jahres 2000 findet ein Treffen mit den Verantwortlichen des Bau- und Denkmalamtes des BGV Trier und eine Besichtigung der Pfarrkirche statt. Hiernach ist dringender Renovierungs- und Restaurationsbedarf gegeben. Im Juni 2002 ist abzusehen, dass die Baumaßnahme auf Grund finanzieller Schwierigkeiten, nicht wie geplant durchzuführen ist. Die Maßnahme wird daher in zwei Bauabschnitte aufgeteilt:

  1. Bauabschnitt: Kanalsanierung, Erneuerung der Resonanzböden und der Laufstege im Glockenturm und Kirchendachboden, Überarbeitung der Elektrik, Sanierung der Wendeltreppe im Turm und Erneuerung der Glockenanlage, Schlosserarbeiten. Der erste Bauabschnitt wurde am 15. Januar 2003 durch das BGV bewilligt. Die Arbeiten haben im Herbst 2003 begonnen und laufen noch.
  2. Bauabschnitt: Elektroinstallation, Abnahme der alten Dispersionsfarben, Putzarbeiten, Glaserarbeiten, Anstriche, Sanierung der Bankfelder, Gerüstarbeiten, Ausmalungen. Der zweite Bauabschnitt wurde am 19. Januar 2004 durch das BGV genehmigt. Nachdem alle mit der Genehmigung befassten Stellen ihre Zustimmung erteilten, konnte im Mai 2004 mit den Arbeiten des zweiten Bauabschnittes begonnen werden. Die Orgel wurde eingehaust und mit der Farbablösung begonnen. Danach erfolgte das Auftragen des neuen Anstrichs. In mühevoller Kleinarbeit anschließend das wieder hergestellt, was in den 60er Jahren leichtfertig überdeckt wurde. Am 19. Juni 2005 wurde mit einem großen Fest-Gottesdienst die Wiedereröffnung der Kirche gefeiert. Die ehrwürdige Kirche erstrahlt seither wieder „in altem neuem Glanze“.

Die Pfarrei und ihre Pfarrer
Hier ist zuerst eine Würdigung des um die Pfarrei Nunkirchen hoch verdienten Pfarrers Peter FUCHS angebracht, der von 1872 bis 1915, also 43 Jahre in der Pfarrei Nunkirchen mit den Filialen Büschfeld, Michelbach, Biel-Bardenbach segensreich wirkte.

Die Liste der Vorgänger und Nachfolger ist von Ordinariatsdirektor a.D. Mosignore Dr. Alfons Weyand im „Heimatbuch Nunkirchen“ aufgestellt:
1519 Johann MAIR von Senheim; 1551 SCHMITT; 1591 Andreas VON ESCH. Mit Pfarrer Johann VON OPPEN (1675-1706) beginnt die kontinuierliche Folge der Nunkirchener Pfarrer. Matthias HEINEN (1704-1706); Johann Adam FEHR (1706-1712); zwei Jahre unbesetzt; mit Markus ZISCH (1714-1721) erhielt die Pfarrei einen neuen Pfarrer; ihm folgten Peter MICHELY (1721-1771); Sebastian FISCHER (1771-1787); Johann Baptist SCHAAK (1788-1805); Bernhard EWEN (1805-1839); Peter SCHUH (1839-1844); Josef HARDT (1844-1851); Matthias PORTERY (1852-1872); Peter FUCHS (1872-1915); Eduard LEINEN (1915-1928); Nikolaus HIMBERT (1928-1941); Alois KREUTZER (1941-1968); Hans Jörg HOFERER (1968-1977); Felix PELZER (1977-1995); Ralf-Matthias WILLMES (1996 bis heute).

Ab Pfingsten 1998 ist Leo Eckert als Ständiger Diakon mit Zivilberuf in den Pfarreien Nunkirchen Herz Jesu und Büschfeld Maria Himmelfahrt tätig.
Folgende Pfarrer sind auf dem Friedhof in Nunkirchen bestattet: Peter Fuchs, Nikolaus Himbert und Alois Kreutzer. Pastor Nikolaus Demmer und Dr. Alfons Weyand, beide geboren in Nunkirchen, ruhen ebenfalls auf dem Nunkirchener Friedhof.

Seit dem 1. April 2004 ist die neue Strukturreform des Bistums gültig. Sie bedeutet, dass die Regionen wegfallen und die Dekanate als mittlere Ebene, d.h. zwischen Bistum und Pfarrei, bestehen. Die Dekanate Wadern und Losheim sind zu einem Dekanat zusammengefasst worden, zum „Dekanat Losheim am See – Wadern“. Pfarrer Ralf-Matthias Willmes ist Dechant dieses Dekanates.

Priester aus der Pfarrei Nunkirchen
Johann WEYANDT, von 1701 bis 1707 Pfarrer in Neunkirchen/Nahe und von 1707 bis 1739 Pfarrer in Primstal. Er starb am 5. Mai 1745 in Nunkirchen. Im Jahre 1686 hatte er den Grad eines Bakkalaureus an der Universität Trier erworben. 1739 amtierte er als Dechant des Landkapitels Wadrill.

Pater Matthias SCHOMMER
SJ. In Bezug auf den Geburtsort muss hier wiederum von der oftmals gebräuchlichen Schreibweise Neunkirchen anstatt Nunkirchen ausgegangen werden. Im Familienbuch der Pfarrei Nunkirchen ist bei den Eheleuten Nikol. Schommer und Anna Maria geb. Paulus der Sohn Matthias aufgeführt, geb. am 21.10.1714. Weiter ist vermerkt: „Er trat am 22. Oktober 1736 in den Jesuitenorden ein.“

Pater Michael SCHOMMER SJ
. Die Kleruskartei nennt als Geburtsort Nunkirchen mit dem Geburtsdatum 18. März 1725. Auch er trat wie sein Bruder Matthias in den Jesuitenorden ein.

Über beide ist in der Kleruskartei der genaue Studiengang angegeben. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 sind jedoch keine weiteren Daten mehr nachgewiesen.

Peter MICHELY ist am 22. Januar 1693 als Sohn der Eheleute Peter Nik. Michely und Elisabeth geb. Caspers in Michelbach geboren. Über seinen priesterlichen Werdegang bis zur Übernahme der Pfarrerstelle in Nunkirchen 1721 ist laut Auskunft des Trierer Bistumsarchivs nichts bekannt. Er starb am 10. Januar 1771 in Nunkirchen.

Nikolaus DEMMER
, Sohn der Eheleute Joseph Demmer und Maria geb. Latz wurde am 30. April 1892 in Nunkirchen geboren; Priesterweihe am 7. August 1921 in Trier; Kaplansstellen in Halsenbach, Großrosseln und Adenau; Pfarrvikar in Mandern. Er kam in Konflikt mit den Nationalsozialisten und flüchtete 1944 ins Ausland. Pfarrer ab 1945 in Dasburg und ab 1951 in Weiten, wo er 1954 verstarb. Er wurde in Nunkirchen beerdigt. Mehr über den erklärten Gegner der Nazis erfahren Sie hier.

Franz Josef BIEWER, geb. am 27. März 1911 in Saarbrücken; Eltern: Josef Biewer und Margarethe geb. Ludwig aus Michelbach; Priesterweihe am 13. August 1939 in Mainz, Primiz am 26. August 1939 in Michelbach; nach Unfall verstorben am 28. November 1969, beerdigt in Neu-Isenburg (Familiengrab mit den Eltern).

Dr. Alfons WEYAND
, Professor, Ordinariatsdirektor a.D.: geb. am 25. März 1925 in Nunkirchen, Sohn von Karl Weyand und Margarethe geb. Koch. Er wurde am 3. August 1952 in Trier zum Priester geweiht; Primiz am 10. August 1952 in Nunkirchen. Kaplan in Saarbrücken St. Johann. Im Juli 1955 Beurlaubung zum weiteren Studium in St. Louis (USA). Abschluss mit dem Grad eines Magister Artium in Soziologie. Danach Studium der christlichen Sozialwissenschaften an der Universität Münster. 1959 erhielt er einen Lehrauftrag am Staatliche Berufspädagogischen Institut in Saarbrücken. 1960 wurde er Religionslehrer in Andernach. Im Jahre 1963 Promotion an der Universität Münster zum Doktor der Theologie. Vier Jahre später Beginn seiner Arbeit im Bischöflichen Generalvikariat Trier. 1975 zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt, 1981 Honorarprofessor an der Katholischen. Fachhochschule für Sozialwesen in Saarbrücken, wo er über viele Jahre Sozialethik und Anthropologie lehrte. Als Hauptabteilungsleiter im Bischöflichen Generalvikariat war Dr. Alfons Weyand zuständig für elektronische Datenverarbeitung, Information und Öffentlichkeitsarbeit. In einer Feierstunde am 27. März 1995 wurde er von Bischof Dr. Hermann Josef Spital in den Ruhestand verabschiedet, den er im St. Irminenstift in Trier verbrachte. Im Jahre 2002 konnte er dort auch sein Goldenes Priesterjubiläum feiern. Am 26. Juni 2003 ist Dr. Alfons Weyand in Trier verstorben. Das Sterbeamt und die Beisetzung fanden in seinem Heimatort Nunkirchen statt.

Rudolf SCHULZ wurde am 14. Februar 1908 in Dagstuhl als Sohn des Eisenbahners Rudolf Schulz und Elisabeth geb. Bechtel geworden. Am 28. März 1936 wurde er in Trier zum Priester geweiht. Er zählt nicht zu den eigentlichen Priestern der Pfarrei Nunkirchen. Büschfeld war jedoch von 1916 bis 1935 der Wohnsitz seiner Eltern und damit zugehörig zur Pfarrei Nunkirchen. Die Examensarbeit des Theologiestudenten Rudolf Schulz hatte die Geschichte der Pfarrei Nunkirchen zum Thema. Diese Arbeit dient heute noch als Grundlage für die Pfarrgeschichte (und als Vorlage für etliche Zeitungsartikel von Fritz Glutting sowie für manche Teile von dessen 1992 erschienenem Heimatbuch. Auch Matthias Müller bediente sich für sein Heimatbuch aus dem Jahr 1957 dieser Quelle, Anm. d. Red.). Damit hat Rudolf Schulz verdient, hier an dieser Stelle genannt zu werden. Leider war ihm ein langes priesterliches Wirken nicht vergönnt. Als junger Priester wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Als Gefreiter einer Luftwaffen-Felddivision ist er am 27. August 1943 an der Ostfront gefallen (Die entsprechende Todesanzeige aus dem Kirchlichen Amtsanzeiger für die Diözese Trier vom 22. November 1943 finden Sie hier, Anm. der Red.).

Als Besonderheit ist noch nachzutragen, dass die VIER SÖHNE des am 2. August 1883 nach Chicago ausgewanderten Schreiners Heinrich OEHM, Sohn von Nikolaus Oehm und Maria geb. Müller, beide aus Nunkirchen, in den USA Priester geworden waren. Eine Auskunft besagt, dass von den vier Theologen einer von ihnen im Jahr 1971 Nunkirchen, die Heimat seines Vaters, besuchte.

Filialen
Büschfeld
Wann genau Büschfeld zur Pfarrei Nunkirchen kam, kann urkundlich nicht nachgewiesen werden. Im Jahr 1330 wird in kirchlichen Steuerlisten die Kirche in Büschfeld als „ecclesia Nunkirchen“ mit einer Steuer in Höhe von 26 Solidi aufgeführt. 1774 ließ Freiherr von Hagen auf einer Anhöhe eine Kapelle erbauen, die mehrmals vergrößert wurde, unter anderem von Pastor Fuchs im Jahr 1906. Die heutige Kirche wurde 1958/59 an derselben Stelle erbaut. Das Gemälde „Maria Himmelfahrt“ der Kirche wird dem italienischen Renaissancemaler Guido Reni zugeschrieben.Mehrmals fanden Versammlungen von Büschfelder Gläubigen statt, in denen die Einrichtung eines Vikariats gefordert wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde darauf verwiesen, ein neues Pfarrhaus zu bauen. Am 27. Oktober 1968 war es dann so weit: Hans Dauster, zuvor Kaplan in Nunkirchen, wurde als Pfarrvikar der selbständigen Vikarie Büschfeld eingeführt. Die Vikarie wurde später zur Pfarrvikarie erhoben. Pfarrer Dauster verließ 1977 Büschfeld und übernahm die Pfarrstelle in Freudenburg. Danach wurde die Pfarrei Büschfeld bis 1995 gemeinsam mit der Pfarrei Nunkirchen von Pfarrer Felix Pelzer verwaltet. Seit 1996 wird sie zusammen mit Nunkirchen von Pfarrer Ralf-Matthias Willmes mitverwaltet und gehört zur Pfarreiengemeinschaft Nunkirchen-Büschfeld.

Michelbach
Pfarrlich war Michelbach immer eine Filiale von Nunkirchen und ist es heute noch. Die erste Kapelle wurde auf Veranlassung des Matthias Lang gebaut und am 1. September 1739 eingeweiht. Die im gotischen Stil erbaute Kapelle stand rund 200 Jahre lang bis zum Jahr 1932, als sie wegen Baufälligkeit und eines geringen Fassungsvermögens abgerissen und an derselben Stelle ein Neubau errichtet wurde, der am 26. März 1933 eingeweiht wurde. Ähnlich wie die Büschfelder Kirche besitzt auch die Kirche in Michelbach mit der Pietà aus der Werkstatt der Tholeyer Mönche ein Kunstwerk von besonderem Ruf.